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VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler (1 Leser) (1) Gäste
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THEMA: VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler
#3519
Mladen (Benutzer)
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VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 25.11.2007 11:52 Karma: 4  
Es gibt in der Schweiz den VgT (Verein gegen Tierfabriken) der sich mit Tierschutz befasst. Er wird präsidiert von Erwin Kessler der auch für die meisten der Artikel in den dazugehörenden Tierschutznachrichten verantwortlich ist.

Eines seiner Hauptanliegen ist jedoch stets das Schächten anzuprangern, also das rituelle Schlachten im Judaismus und Islam bei dem das Tier ausblutet. Hierbei geht er auf direkten Konfrontationskurs insbesondere mit dem Judaismus den er sich zum Hauptübel hochstilisiert hat.

Auch wurde er wegen seiner Aussagen diesbezüglich schon im Rahmen der Antirassismusstrafnorm welche in der Schweiz gilt verurteilt. Ein Gesetz welches er selbst speziell aus diesem Grund auch bekämpft. Kurzum geht es ihm darum dass er sich nicht negativ über eine Religionsgemeinschaft wegen eines ihm nicht genehmen Schlachtverfahrens öffentlich äussern darf.

Erwin Kessler ist ein Antisemit, manchmal ist gut ein Viertel der Artikel in den Tierschutznachrichten ausschliesslich auf die Hetze gegen den Judaismus fixiert, des Schächtens wegen notabene. Der Tierschutzgedanke geht dabei meines Erachtens nach fast unter da er sich mehr damit befasst das Schächten bzw. die JüdInnen die es praktizieren zu kritisieren.

Desweiteren ist er ein Meister darin geworden in Selbstmitleid zu zerfliessen und sich als Märtyrer darzustellen wegen seiner Verurteilungen. Ausserdem war Erwin Kessler in den 70er jahren Mitglied der rechtsradikalen und xenophoben "Nationalen Aktion" welche sich besonders stark machte gegen die sogenannte Ueberfremdung der Heimat.

Den VgT Schweiz aus tierrelevanten Gründen zu unterstützen halte ich aus mehreren Gründen für problematisch. Einerseits weil der VgT und Erwin Kessler sozusagen eins sind, sehr vieles beim VgT ist auf seine Person bezogen. Sich für Tiere einzusetzen und gleichzeitig am rechten Rand des politischen Spektrums zu politisieren geht meiner Meinung nach nun mal nicht.

Auch dass er sich beim Schächten ausschliesslich darauf bezieht WER schächtet und an welche Religion es gebunden ist, kann nicht mit einer Ethik die es gegenüber Tieren zu vertreten gilt vereinbart werden. Ich kann nicht anders als das Schlachten als solches verurteilen (egal auf welche Art und von wem), während Erwin Kessler dem Tiermord eine Qualität verleiht indem er das Schächten als besonders niederträchtig hervorhebt.

Es geht ja doch darum dass Tiere nicht mehr zu ermorden seien und nicht das Morden dann rechtfertigen zu können wenn dies auf eine "humane" Art geschieht. Um hier nicht auf noch mehr Grundsätze einzugehen erspare ich mir den Begriff "human" auseinanderzupflücken in diesem Kontext.

Denn ginge es Erwin Kessler nur darum sich grundsätzlich gegen das Schlachten von Tieren einzusetzen, so könnte er das Schächten sehr wohl darunter aufzählen, bei ihm ist es aber der Aufhänger in seine antisemitischen Wahn geworden.

Auch die Vergleiche Kesslers dass Juden die schächten nicht besser seien als ihre früheren Nazi-Henker bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. Für Tierfarmen muss in seinem Vokabular der Begriff Tier-KZ herhalten. KZ's haben eine geschichtlich abgefasste genaue Definition und die Verwendung dieses Ausdrucks in solchen Zusammenhängen zeigt auf, dass Erwin Kessler sich nur zu gerne solcher Vergleiche aus dem faschistischen Regime bedient um auf seine Anliegen aufmerksam zu machen und damit auch absolut keine Mühe zu haben scheint.

Der VgT in Oesterreich indes zeigt sich frei von solchen zweifelhaften Tendenzen, so ist klar zu betonen dass wenn sich eine Diskussion um den VgT dreht dies auch auf die jeweilige Sektion bezogen sein muss.
 
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Letzte Änderung: 25.11.2007 17:04 von Mladen.
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#4205
rajaman (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 13.12.2007 11:36 Karma: 1  
Vielen Dank für deine Aufklärung über den VgT Schweiz. Weiss selber sehr wenig über diese Organisation. Wenn die Erläuterungen stimmen kann ich mich deiner Meinung nur anschliessen. Eine Organisation die sich für Tiere einsetzt gleichzeitig aber auch rassistische Züge hat möchte ich nicht unterstützen.
 
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#4211
Mladen (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 13.12.2007 14:42 Karma: 4  
Ich habe mich selbst als ich mich anfing für Tierrechte etc. zu interessieren von den Inhalten des Buches über Tierfabriken von Erwin Kessler dazu verleiten lassen dieses zu kaufen. Darin mögen ja durchaus noch nachvollziehbare und aus unserer Sicht vertretbare Ansätze vorhanden sein, jedoch sollten sie nie darüber hinwegtäuschen von welcher Person sie stammen.

Es kann ihm zugute gehalten werden tatsächlich schon Einiges erreicht zu haben für die Tiere, dennoch finde ich es unumgänglich auch die andere Seite dieses Mannes zu beleuchten. Mit derselben Anwiderung würde ich niemals Brigitte Bardot in ihrem Bestreben was für Tiere zu tun unterstützen, wissen doch alle dass sie zweifelsfrei eine Faschistin ist. Würde hier dazu auch mal behaupten dass sie heutzutage ausser ihrer Sympathie für die braune Pest nichts weiter vorzuweisen hat, also sich auch nicht mehr für Tiere einsetzt.
 
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#4254
hexe (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 16.12.2007 20:43 Karma: 0  
Ich muss zugeben, dass ich nicht viel über Erwin Kessler weiss. Kannst Du vielleicht Deine Aussagen mit irgendwelchen Links unterstützen? Die Wiki-Seite und die Links die dort gepostet werden, reichen (für mich jedenfalls) nicht, um den Typen als Antisemit abzustempeln.

Zitat: "Die Vorwürfe gegen Kessler liegen teilweise rund zehn Jahre zurück. Kessler wurde insbesondere vorgeworfen, rassistisch gefärbte Pamphlete gegen das Schächten verbreitet zu haben. Indem Kessler Juden wiederholt mit den Nazis verglich, verstiess er gemäss Urteil gegen die Antirassismus-Strafnorm". (http://www.nachrichten.ch/detail/224014.htm)
Der letzte Satz ist richtig dämmlich, bin ich die einzige, die das so sieht? Wo sind die Pamphlete?

Und dass er in den 70ern Mitglied einer rassistischen Organisation war, finde ich überhaupt nicht relevant.

Ich möchte nichts relativieren, ich möchte nur gut informiert sein. Also give me some links, please.
Gruss.
 
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#4258
cxv (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 04:34 Karma: 11  
...über kessler habe ich schon einige sachen gehört, aber eigentlich immer von leuten mit dem selben hintergrund und der gleichen gesinnung, also, nur schlechtes!
finde es auch bedenklich wenn manche menschen nur hinter dem schächten her sind und sonst nichts tun(denke er macht schon mehr sachen, aber mensch hört ja selten was über ihn, ich halt).

Indem Kessler Juden wiederholt mit den Nazis verglich, verstiess er gemäss Urteil gegen die Antirassismus-Strafnorm

keine ahnung ob kessler diese aussage nur in zusammen hang mit dem schächten verwendet hat oder auch andere politische vorgänge beschreiben wollte. ich finde diesen satz schon auch ein wenig dämlich. ich würde zwar nicht, (die)"juden" mit nazis vergleichen. habe aber schon in diesem forum, zionisten als faschisten bezeichnet.
ich nehme kessler nicht in schutz weil ich auch immer nur über 5 ecken über ihn was höre oder vielleicht mal was lese.

von allen möglichen menschen werden leute als anti-semiten beschimpft und als faschisten bezeichnet, aber nachdenken tun diese menschen nicht wirklich. weil es gerade auch wieder hier hinpaßt, ich habe vor kurzem erst gehört das sich mensch nicht mehr als ANTIFAschist bezeichnen darf, wenn er nicht pro-israel ist! und das ist das blödestes undifferenzierteste was ich je gehört habe.
 
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#4259
hexe (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 07:48 Karma: 0  
Zitat:ich habe vor kurzem erst gehört das sich mensch nicht mehr als ANTIFAschist bezeichnen darf, wenn er nicht pro-israel ist! und das ist das blödestes undifferenzierteste was ich je gehört habe.

Aber in der Tat.
 
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#4261
Mladen (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 10:11 Karma: 4  
hexe schrieb:
Zitat:ich habe vor kurzem erst gehört das sich mensch nicht mehr als ANTIFAschist bezeichnen darf, wenn er nicht pro-israel ist! und das ist das blödestes undifferenzierteste was ich je gehört habe.

Aber in der Tat.

Früher als ich selbst noch in keiner Hinsicht aktiv oder interessiert war, galt wenn jemand aus der Linken überhaupt Sympathien für Israel besass diese Person als VerräterIn. Israel wurde gleichgesetzt mit Terror, Vertreibung und Faschismus gegenüber dem arabischen Volk.

Da durfte niemand damit kommen sich für eine Weile in ein Kibbutz absetzen zu wollen, Israel war echt Inbegriff des Bösen.

Ich denke nach meiner letzten Reise in die Gegend übrigens genauso, wenn es mich jemals wieder dorthin verschlagen sollte, dann nur als Freiwilliger in einem Hilfsprojekt für Palästina, zuviel Derbes musste ich mir dort schon mitansehen.

Nüchtern betrachtet können AntifaschistInnen sehr wohl gegen Israel und die dort alltägliche Politik sowie die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen sein. Dies auch ohne sie gleich als AntisemitInnen abzustempeln, denn Israel ist nicht per se gleichzusetzen mit Judaismus, geschweige denn ist die gesamte Bevölkerung dieses Landes jüdisch.
 
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#4262
Mladen (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 10:47 Karma: 4  
Hier nun ein paar links von Hans Stutz:


http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2001/04-05-zweiter-prozess-kessler.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/1997/18-09-erwin-kessler-ideengeber.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/1997/10-07-erwin-kessler-bezirksamt-buelach.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2002/19-07-riesen-initiative-retten.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2001/08-11-erwin-kessler-erneut-verurteilt.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2003/18-07-erwin-kessler-eigentor.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2003/20-06-rohling-zu-kessler.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2003/06-06-belohnte-schlamperei.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2004/05-02-erwin-kessler.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2005/13-05-erwin-kessler.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2005/14-04-kessler-falschmeldung.html

http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2007/KesslerStrafvollzug.html

Daraus wird sowohl das Wirken wie auch der Hintergrund des Antisemiten Erwin Kessler deutlich.

Meines Erachtens nach hätte auch schon eine nähere Betrachtung seiner eigenen Homepage gereicht um sein antisemitisches Gedankengut zweifelsfrei zu veranschaulichen.

Ausserdem finde ich dass seine frühere Mitgliedschaft bei der rechtsextremen "Nationalen Aktion" sehr wohl ein Grund ist um diese Person genauer zu hinterfragen, denn viel geändert hat sich seitdem ja nicht bei ihm.

Zum Schluss noch ein begleitender link der Gruppe GRA (ebenfalls von Hans Sutz):

http://www.gra.ch/chron/chron_prozesse_detailed.asp?procnum=59

PS: noch ein paar links aufgrund deren Ihr Euch ja Eure Gedanken selbst machen könnt:

http://vgt.ch/news_bis2001/000903.htm

http://www.vgt.ch/vn/9507/vn95-7.htm#Schawinski
 
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#4263
hexe (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 11:43 Karma: 0  
Danke für die Links, besonders für den letzten. Berichte interessieren mich weniger, ich brauche den direkten Eindruck, aber ich werde natürlich alles ausführlich lesen. Ich habe bei YouTube ein Video gefunden, aber leider kann ich mit Schweitzer-Deutsch überhaupt nichts anfangen.

OK, dass der typ nicht ganz "koscher" (huh) ist, ist schon klar. Trotzdem finde ich nicht sehr relevant, dass er vor 40 Jahren Mitglied der N.A. war.

Er schreibt: Es gibt orthodoxe, konservative Juden, und es gibt aufgeschlossene, weltoffene, grosse jüdische Geister.

Auch: Ein Massenverbrechen bleibt ein Verbrechen, auch wenn es mit Ideologien gerechtfertigt wird. Die Nazis hatten ihre Ideologie, den Arier-Wahn. Sind Sie so tolerant, den Holocaust zu entschuldigen, weil die Nazis einer Ideologie folgten? Warum entschuldigen Sie dann den Schächt-Holocaust an Tieren mit einer jüdischen Ideologie?
(Danach aber auch: Hat Sie Ihre jüdische Abstammung derart blind und unfähig zur Selbstkritik gemacht?)

Trotzdem: Ich lehne jede Form von Rassismus aufs Schärfste ab. Mit dem Nazi-Holocaust habe ich mich über viele Jahre ernsthaft auseinandergestzt, da es für mich lange total unverständlich war, wie ein solches, von einem ganzen Staat getragenes, bürokratisch organisiertes Verbrechen möglich war. Ich habe erst verstanden, als ich die erschreckenden Parallelen zum heutigen Holocaust an den Nutztieren erkannte und sehen lernte, dass sich heute wieder die gleichen sozio-psychologischen und politischen Gesetzmässigkeiten abspielen.

Ich will ihn nicht in Schutz nehmen, dafür kenne ich ihn immer noch zu wenig. Plus ich bin bestimmt mehr Pro-Israel als viele anderen hier. Was mich aber stört ist das khronische Zusammenzucken beim Hören des Wortes "Jude". Das ist für mich nur einigermassen nachvollziehbar.

Und das Schächten ist schon das allerletzte.
 
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#4264
hexe (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 11:49 Karma: 0  
@Mladen: Ich denke nach meiner letzten Reise in die Gegend übrigens genauso, wenn es mich jemals wieder dorthin verschlagen sollte, dann nur als Freiwilliger in einem Hilfsprojekt für Palästina, zuviel Derbes musste ich mir dort schon mitansehen.

Ich war auch in Israel - in Herbst 1998 - und habe aber genau die andere, menschliche, liberale Seite der Menschen dort kennengelernt.
 
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#4265
Mladen (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 12:03 Karma: 4  
hexe schrieb:
@Mladen: Ich denke nach meiner letzten Reise in die Gegend übrigens genauso, wenn es mich jemals wieder dorthin verschlagen sollte, dann nur als Freiwilliger in einem Hilfsprojekt für Palästina, zuviel Derbes musste ich mir dort schon mitansehen.

Ich war auch in Israel - in Herbst 1998 - und habe aber genau die andere, menschliche, liberale Seite der Menschen dort kennengelernt.

Ich will ja damit nicht ausschliessen dass es auch die von Dir beschrieben Seite in diesem Land gibt, doch der Grund welcher mich zu meiner Entscheidung bewogen hat liegt vielmehr im System dieses Landes an dem auch die vielen Menschen die sich für ein Näherkommen der Völker und für Frieden einsetzen leider nicht viel ändern können.

Ich besuchte auch das Kibbutz Samar welches als eines der letzten Kibbutzim noch als anarchistisch gilt. Der weltberühmte Musiker Yair Dalal lebt auch in diesem Kibbutz und die Menschen dort versuchen sich so gut es geht als nicht abhängig von den grossen Zentren anzusehen. Doch die ursprüngliche Grundidee der Kibbutzim, also die totale Selbstversorgung, können auch die Kibbutzniks von Samar heutzutage nicht mehr durchziehen.

Während Einsätzen als Freiwilliger in anderen Kibbutzim (Yahel, Revivim) musste ich dort mitansehen wie die palästinensischen Lohnarbeiter dort beinahe wie Sklaven gehalten und behandelt wurden, nicht eben die tollen Motive für glänzende Urlaubsfotos. Doch diese Wahrheit bleibt den meisten Touristen auch verborgen, bzw. würden viele die Augen davor lieber verschliessen.
 
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#4267
Mladen (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 12:25 Karma: 4  
hexe schrieb:

OK, dass der typ nicht ganz "koscher" (huh) ist, ist schon klar. Trotzdem finde ich nicht sehr relevant, dass er vor 40 Jahren Mitglied der N.A. war.

Dies wiederum halte ich für ein nicht ausser Acht zu lassendes Detail, hat es doch im Wesentlichen was mit dieser Person zu tun. Insbesondere da sich auch 30 Jahre danach in der Hinsicht noch absolut keine Besserung gezeigt hat.

Er schreibt: Es gibt orthodoxe, konservative Juden, und es gibt aufgeschlossene, weltoffene, grosse jüdische Geister.

Während er gleichzeitig in einem Artikel zum Interview mit einem Zürcher Radiomoderator nach dessen Name den Zusatz "Jude" anfügt. Ich spreche ihm jegliches Recht ab jüdische Menschen zu unterscheiden, bei Kessler zählt allein die Tatsache dass es eine Regel des Judaismus ist Tiere zu schächten woraus er wiederum seinen unsäglichen Hass auf die Juden hernimmt.

Auch: Ein Massenverbrechen bleibt ein Verbrechen, auch wenn es mit Ideologien gerechtfertigt wird. Die Nazis hatten ihre Ideologie, den Arier-Wahn. Sind Sie so tolerant, den Holocaust zu entschuldigen, weil die Nazis einer Ideologie folgten? Warum entschuldigen Sie dann den Schächt-Holocaust an Tieren mit einer jüdischen Ideologie?
(Danach aber auch: Hat Sie Ihre jüdische Abstammung derart blind und unfähig zur Selbstkritik gemacht?)

Genau solche Aussagen sind es die ihn in Verruf bringen, selbstgewollt notabene. Die Vergleiche vom Judaismus zu den Verbrechen der Nazis lassen erahnen dass ihm jegliche Vernunft total abgeht und er nur noch mit Schlagworten und äusserst kruden Gegenüberstellungen zu argumentieren in der Lage ist, was ihm ausser bei Gleichgesinnten nicht gelingt.

Trotzdem: Ich lehne jede Form von Rassismus aufs Schärfste ab. Mit dem Nazi-Holocaust habe ich mich über viele Jahre ernsthaft auseinandergestzt, da es für mich lange total unverständlich war, wie ein solches, von einem ganzen Staat getragenes, bürokratisch organisiertes Verbrechen möglich war. Ich habe erst verstanden, als ich die erschreckenden Parallelen zum heutigen Holocaust an den Nutztieren erkannte und sehen lernte, dass sich heute wieder die gleichen sozio-psychologischen und politischen Gesetzmässigkeiten abspielen.

Ich will ihn nicht in Schutz nehmen, dafür kenne ich ihn immer noch zu wenig. Plus ich bin bestimmt mehr Pro-Israel als viele anderen hier. Was mich aber stört ist das khronische Zusammenzucken beim Hören des Wortes "Jude". Das ist für mich nur einigermassen nachvollziehbar.

Und das Schächten ist schon das allerletzte.


Für mich als an Tierrechtsfragen Interessierten bedeutet das Schächten nichts weiter als eine unter vielen Arten Tiere zu ermorden, wie ich im Detail dazu stehe habe ich schon im Eröffnungsthread ausführlich dargelegt.
Doch verstehe ich nicht ganz worauf Du das chronische Zusammenzucken bei der Erwähnung des Wortes "Jude" beziehst, vielleicht erklärst Du mir das mal genauer.

Shalom/Salam/Peace

 
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#4269
hexe (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 12:40 Karma: 0  
Doch verstehe ich nicht ganz worauf Du das chronische Zusammenzucken bei der Erwähnung des Wortes "Jude" beziehst, vielleicht erklärst Du mir das mal genauer.

Das ist "nur" ein persönliches Empfinden und hat, wenn überhaupt, mit diesem Thema nur am Rande zu tun. Es hat mich - seitdem ich nach Deutschland umgezogen bin - sehr bewundert und mit der Zeit richtig gestört. Dass die Deutschen sehr viel unter der 3. Reich-Geschichte leiden ist einem, der im Ausland lebt, nicht klar. Dort wird genau das Gegenteil behauptet. Es gibt markierte Wörter, und "Jude" ist eins davon. Ich finde, es sollte irgendwann auch mal Schluss sein. Falls Du Dich an diesem Berliner-Oper-Skandal errinern kannst: das ist ein Fall von "übertriebener Toleranz", oder Toleranz als Krankheit (Angst - und das nicht vor Terroranschläge), was eigentlich mit "Toleranz" im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr zu tun hat.
 
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#4270
hexe (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 12:56 Karma: 0  
Israelreise

Ich war dort nicht als Tourist sondern aus berüflichen Gründen. Wir waren 2 Wochen in Jerusalem und haben viel Kontakt mit politisch-aktiven, demokratischen Leuten (der Name der Organisation habe ich vergessen, da ich mich damals damit nicht sonderlich auseinandergesetzt habe, sehr Schade). Dort haben wir auch übernachtet. Es war ein Riesensymposion wo Leute (meistens Studenten) vom ganzen Israel teilgenommen haben. Obwohl der Schwerpunkt "Kultur" war, habe ich dort einige politische hochkarätige Auseinandersetzungen miterlebt, alles hat sich in extrem zivilisierten Grenzen gehalten. Ich bin immer noch sehr fasziniert über diese Reise.
Nach 2 Jahren wollte ich wieder hin aber mein Flug wurde abgesagt, weil er an dem Tag nach dem Ramallah-Anschlag geplannt war.
 
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#4272
Mladen (Benutzer)
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Re:VgT Schweiz, Antisemit Erwin Kessler geschrieben am 17.12.2007 17:05 Karma: 4  
hexe schrieb:

Es gibt markierte Wörter, und "Jude" ist eins davon. Ich finde, es sollte irgendwann auch mal Schluss sein. Falls Du Dich an diesem Berliner-Oper-Skandal errinern kannst: das ist ein Fall von "übertriebener Toleranz", oder Toleranz als Krankheit (Angst - und das nicht vor Terroranschläge), was eigentlich mit "Toleranz" im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr zu tun hat.

Angesichts der Situation in der alle glaubten auf sämtliche Befindlichkeiten besonders einfühlsam eingehen zu müssen durchaus verständlich. Andererseits hätten sich religiöse Menschen wahrhaftig durch die Darbietung verletzt gefühlt haben können. Dabei gilt es abzuwägen wie weit denn Kunst gehen darf und wo die Grenzen zu setzen sind.

Wenn es denn als reine Provokation rüberkommt ohne im Grunde noch was auszusagen so ist damit äusserst vorsichtig umzugehen, denn nicht alle Menschen sind säkular orientiert.
 
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