Betrachtet man das Ganze aus der Sicht des ethisch bewussten Eierkäufers, scheint auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Bevorzugt werden im besten Fall Bio-Freilandeier vom Bauern in der Nähe. Den Hühnern geht es also relativ gut, sie leben glücklich. Auch wenn dieses „Glücklich sein“ meist eine menschliche Interpretation ist, lassen wir diese Annahme einmal so stehen.
Die Henne hat wirklich Glück, dass sie weiblich ist, denn das ist die absolute Mindestvorraussetzung für jeden Bauern bzw. Eierproduzenten. Was passiert aber mit den anderen 50%, den männlichen Tieren die nicht in der Lage sind Eier zu legen?
Die Antwort ist erschreckend einfach. Nach der Geburt werden die männlichen Kücken ermordet. Die weiblichen werden daher meistens eingekauft, um diese Selektion nach Außen zu verlagern. Die Küken werden industriell im großen Stil gezüchtet und nach der Geburt auf dem Fließband aussortiert. Die männlichen werden aufgrund ihrer wirtschaftlichen Nutzlosigkeit „gemust“ was bedeutet, dass diese Lebewesen kurz nach ihrer Geburt durch sich schnell rotierende Messer geworfen werden. Auch das Vergasen ist eine sehr beliebte und effiziente Methode.
So ist das Ei, das schlussendlich im Osternest landet, ein Produkt des über Leben und Tod entscheidenden Kapitalismus und der exzessiven Tierausbeutung. Jeden Tag werden so in Europa unzählige Küken sinnlos getötet, in Österreich sind es jährlich ca. 6 Millionen, in Deutschland geschätzte 40 Millionen.
VeganerInnen sind also der festen Meinung, dass auch im beste Fall das Konsumieren von Eiern ethisch nicht vertretbar ist.
So sollte sich diese Tage jedeR einmal überlegen was nun wichtiger ist. Eine wirkliche Wertschätzung des Lebens (Ostern ist für Gläubige doch das Fest des Lebens schlechthin) oder unsere Genusssucht?
In diesem Sinne wünscht das VegSzene.com Team friedliche Ostern oder einfach ein entspannendes Wochenende.